Erprobung der Telepflege in einer ländlichen Region Bayerns stationär (ErnTeBayLa-s)

In dem Projekt werden die Möglichkeiten der Entlastung und Unterstützung sowohl der Pflegebedürftigen als auch deren An- und Zugehöriger sowie des Pflegepersonals untersucht. Ausgehend von der Erhebung der heutigen Ist-Prozesse werden die Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse, insbesondere hinsichtlich der Effizienz des Personaleinsatzes sowie in Bezug auf die Qualität der Kommunikation und die Verfügbarkeit von Informationen für die Prozessbeteiligten ermittelt.
Laufend
Startdatum: 01.05.2024
Enddatum: 31.07.2025

Die Entscheidung, zu Pflegende vom (gemeinsamen) zuhause zu trennen und in eine fremde, ungewohnte Umgebung zu bringen, fällt allen Beteiligten schwer. Selbst regelmäßige Besuche bilden das Leben der zu Pflegenden und den Umgang mit ihnen nur deutlich reduziert ab. Den An- und Zugehörigen fehlt oftmals der Einblick in die gesundheitliche Betreuung und Medikamentierung, in veränderte Tagesabläufe sowie sich verändernde Gemüts-, Geistes- und Gesundheitszustände. Dennoch müssen die An- und Zugehörigen oftmals schwere Entscheidungen treffen, die ein Wissen über den aktuellen körperlichen, geistigen und seelischen Zustand, die Entwicklung bis zu dem aktuellen Zeitpunkt sowie die persönliche Einstellung zum Leben und zum Tod erfordern.

An dieser Stelle setzt der Einsatz der Telepflege im Anwendungsfall „Einbindung Angehöriger in stationäre Einrichtungen“ an mit dem Ziel, mehr Transparenz auch bei nicht vorhandener räumlicher Nähe oder zeitlicher Verfügbarkeit zu schaffen. Der Einsatz der Telepflege soll darüber hinaus zur Verringerung von Druck und Stress bei den professionell Pflegenden führen aufgrund eines offeneren Umgangs miteinander sowie durch entspanntere Bewohnende. Die offene Kommunikation soll Transparenz und Vertrauen schaffen. Die Einbindung der An- und Zugehörigen in Entscheidungen mittels Telepflege soll den Verantwortungsdruck bei den Pflegekräften reduzieren. Letztlich sollen die psychischen und physischen Ressourcen der professionell Pflegenden in ihrer täglichen Pflegeroutine geschont werden.

Der Caritasverband für den Landkreis Kronach e.V. hat sich mit dem Altenheim „St. Elisabeth“ Wallenfels zum Ziel gesetzt, unter Zuhilfenahme einer zertifizierten Videosprechstunde in Kombination mit asynchroner Kommunikation in einem Messenger neue Abläufe im Anwendungsfall „Einbindung Angehöriger in stationäre Einrichtungen“ zu erproben und bis zum Ende des Projektes in entsprechende Prozesse zu fassen. Ausgehend von der Identifikation heute intransparenter Abläufe und der Aufnahme der Ist-Abläufe werden optimierte und durch die Telepflege unterstützte Soll-Prozesse entwickelt. Im Projekt wird ein mobiles Videokonferenzsystem für die Übertragung getestet. Den Pflegefach- und Hilfskräften, den weiteren am Prozess Beteiligten sowie auch den An- und Zugehörigen sollen in eigens dafür erstellten, ausführlichen und mit dem Projektverlauf überarbeiteten Schulungen die notwendige Kompetenz im Umgang mit dem technischen Equipment vermittelt sowie das Vertrauen in die mit Telepflege unterstützten Prozesse gefördert werden. Die Einweisung der An- und Zugehörigen umfasst aber auch Elemente hinsichtlich ihrer Verantwortung und Aufgaben als Ansprechpersonen, Betreuende, etc. Die Wünsche der Nutzenden hinsichtlich des Einsatzes der Telepflege werden erfasst. Die Ergebnisse fließen nach jeder Projektstufe im Sinne eines geschlossenen Qualitätskreislaufs in die Weiterentwicklung der Prozesse und entsprechende Anpassung der Technologien ein.

Caritasverband für den Landkreis Kronach e.V.
Ansprechpartner:Sophia Berber
Adolf-Kolping-Straße 18
96317 Kronach
Kooperationspartner
Hochschulen, Wirtschaft
Reichweite
Bundesland
Letzte Änderung: 9. April 2025
 

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