{"id":14587,"date":"2026-08-12T10:02:50","date_gmt":"2026-08-12T08:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/caritas-digital.de\/landing\/blog\/"},"modified":"2026-08-12T11:46:56","modified_gmt":"2026-08-12T09:46:56","slug":"datenarbeit-in-der-caritas-7-praxisbeispiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/caritas-digital.de\/landing\/blog\/datenarbeit-in-der-caritas-7-praxisbeispiele\/","title":{"rendered":"Sieben Beispiele, wie wir die Arbeit mit Daten in der Caritas verbessern (wollen)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\" id=\"wpb-content-root\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<strong>Seit ein paar Jahren ist der Deutsche Caritasverband Tr\u00e4ger unterschiedlicher Projekte, die zum Ziel haben, die Datenreife der Caritas (CariData \u2013 finanziert durch Mittel der Gl\u00fccksspirale, Caritas-Datenservice \u2013 finanziert durch ESF R\u00fcckenwind\u00b3) oder gar der gesamten Zivilgesellschaft (Civic Data Lab \u2013 in gemeinsamer Tr\u00e4gerschaft mit der Gesellschaft f\u00fcr Informatik und CorrelAid, gef\u00f6rdert durch das BMBFSFJ) zu f\u00f6rdern.<\/strong><\/p>\n<p>Alle diese Projekte sto\u00dfen auf gro\u00dfe Resonanz. Viele Akteure innerhalb und au\u00dferhalb der Caritas haben bereits eine Vorstellung davon, wof\u00fcr es diese Projekte braucht und was sie bewirken k\u00f6nnen. Viele fragen uns jedoch auch, wie eine h\u00f6here Datenreife der Organisation, beziehungsweise eine h\u00f6here Datenkompetenz ihrer Mitglieder, ganz konkret einen Mehrwert schaffen kann.<\/p>\n<p>Wir wollen in diesem Artikel an sieben Beispielen aus unserer Arbeit innerhalb der Caritas zeigen, wo wir den Hebel ansetzen und was wir damit bewirken m\u00f6chten.<\/p>\n<h5>1. Benchmarking: Zahlen erst durch Vergleich verst\u00e4ndlich machen<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Eigene statistische Kennwerte lassen sich oft nur schwer einordnen. Ist ein Anteil von 12 % hoch oder niedrig? Ist eine Entwicklung ungew\u00f6hnlich oder entspricht sie dem allgemeinen Trend? Ohne einen sinnvollen Vergleichsma\u00dfstab bleiben viele Zahlen interpretationsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir setzen regionale Kennwerte in Bezug zu bundesweiten Vergleichswerten und stellen die Ergebnisse visuell und leicht verst\u00e4ndlich dar. So werden Abweichungen, Besonderheiten und Trends auf einen Blick sichtbar.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Katholische Schwangerschaftsberatung entwickeln wir derzeit einen Prototypen, mit dem statistische Merkmale der Ratsuchenden einer Di\u00f6zese mit den bundesweiten Werten verglichen werden k\u00f6nnen. So l\u00e4sst sich beispielsweise schnell erkennen, ob bestimmte Zielgruppen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt \u00fcber- oder unterrepr\u00e4sentiert sind.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14595&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Das statistische Profil einer Di\u00f6zese wird sichtbar und kann als Ausgangspunkt f\u00fcr die fachliche Weiterentwicklung von Angeboten dienen. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnen Ver\u00e4nderungsziele definiert und verfolgt werden, etwa wenn eine bislang unterrepr\u00e4sentierte Zielgruppe besser erreicht werden soll. Gleichzeitig helfen die Daten dabei, Angebote gezielt auf Gruppen auszurichten, die vor Ort besonders stark vertreten sind.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus schaffen die Vergleichsdaten eine fundierte Argumentationsgrundlage gegen\u00fcber F\u00f6rdermittelgeber:innen und anderen Stakeholdern. Regionale Besonderheiten, etwa ein erh\u00f6hter Beratungsaufwand aufgrund von Sprachbarrieren oder spezifischer sozialer Problemlagen, lassen sich datenbasiert sichtbar machen und bei der Planung sowie Finanzierung von Angeboten besser ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h5>2. Nachfrage und Auslastung sichtbar machen<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Bei vielen sozialen Angeboten wissen wir erstaunlich wenig dar\u00fcber, wie stark sie tats\u00e4chlich nachgefragt werden. Wir wissen oft auch nicht, wie viele Menschen wir aufgrund begrenzter Kapazit\u00e4ten gar nicht erreichen oder nicht versorgen k\u00f6nnen. Statt auf belastbare Daten zu schauen, werden Diskussionen \u00fcber Auslastung und Bedarfe h\u00e4ufig von Einzelbeobachtungen oder gef\u00fchlten Wahrheiten gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir analysieren vorhandene Nutzungsdaten und bereiten sie so auf, dass Nachfrage, Verf\u00fcgbarkeit und Auslastung eines Angebots sichtbar werden. Dadurch lassen sich Muster erkennen, die im Alltag leicht \u00fcbersehen werden, etwa saisonale Schwankungen, wiederkehrende Belastungsspitzen oder Zeiten mit besonders eingeschr\u00e4nkter Erreichbarkeit.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinsam mit der [U25] Online-Suizidpr\u00e4vention haben wir die Verf\u00fcgbarkeit des Beratungsangebots ausgewertet. Die Plattform nutzt ein digitales Ampelsystem, das auf Rot schaltet, sobald keine freien Beratungskapazit\u00e4ten mehr verf\u00fcgbar sind. Diese Umschaltungen werden automatisch protokolliert.<\/p>\n<p>Durch die Auswertung dieser Daten konnten wir die tats\u00e4chliche Verf\u00fcgbarkeit des Angebots \u00fcber verschiedene Zeitr\u00e4ume hinweg analysieren. Dabei wurden sowohl zyklische als auch saisonale Muster sichtbar. Besonders deutlich zeigte sich, dass die Erreichbarkeit nachts, an Wochenenden und zwischen den Jahren h\u00e4ufig eingeschr\u00e4nkt ist. Gleichzeitig konnten bisherige Annahmen \u00fcber Nachfrage und Auslastung mit konkreten Daten \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Die Analyse blieb jedoch nicht bei der Visualisierung bestehender Daten stehen. Gemeinsam mit dem Projekt wurden auch Anpassungen an der anonymen Protokollierung der Zeitpunkte der Beratungsanfragen konzipiert, die k\u00fcnftig noch genauer erfassen soll, wann Ratsuchende auf nicht verf\u00fcgbare Beratungskapazit\u00e4ten treffen. Dadurch entsteht schrittweise ein besseres Bild der tats\u00e4chlichen Nachfrage, die aktuell nicht gedeckt werden kann.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14596&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Die Verantwortlichen erhalten ein deutlich realistischeres Bild davon, wann und wo Kapazit\u00e4ten fehlen. Das erleichtert die Planung von Personal, Ehrenamtlichen und Unterst\u00fctzungsangeboten. Gleichzeitig werden bisher unsichtbare Versorgungsl\u00fccken sichtbar.<\/p>\n<p>Gerade bei einem Angebot der Suizidpr\u00e4vention ist es besonders wichtig zu verstehen, zu welchen Zeiten Hilfesuchende auf ein ausgelastetes Angebot treffen. Die Daten schaffen damit eine Grundlage, um die Erreichbarkeit des Angebots gezielt weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Die Daten helfen zudem dabei, Ressourcenbedarfe gegen\u00fcber F\u00f6rdermittelgeber:innen und politischen Entscheidungstr\u00e4ger:innen nachvollziehbar zu begr\u00fcnden. Anstatt nur zu vermuten, dass ein Angebot nicht ausreichend verf\u00fcgbar ist, kann konkret gezeigt werden, wann Nachfrage besteht und wo Menschen aufgrund fehlender Kapazit\u00e4ten m\u00f6glicherweise keine Hilfe erhalten. Mit der erweiterten Protokollierung der Anmeldezahlen f\u00fcr die Beratung wird k\u00fcnftig sogar noch belastbarer absch\u00e4tzbar sein, wie gro\u00df die ungedeckte Nachfrage tats\u00e4chlich ist. Das schafft eine starke Datengrundlage f\u00fcr Gespr\u00e4che \u00fcber den Ausbau von Kapazit\u00e4ten und die Finanzierung zus\u00e4tzlicher Angebote.<\/p>\n<h5>3. Daten im Zeitverlauf besser verstehen<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>In vielen Fachstatistiken werden Daten j\u00e4hrlich erhoben. Eine zentrale Datenbank existiert h\u00e4ufig nicht. Stattdessen liegen die Informationen meist in j\u00e4hrlich neu bef\u00fcllten Excel-Tabellen vor. Bestenfalls werden Vorjahreswerte als Vergleich mitgef\u00fchrt. Langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen, ist dadurch oft mit erheblichem Aufwand verbunden, weil Daten aus unterschiedlichen Dateien zusammengef\u00fchrt, bereinigt und ausgewertet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Durch den Aufbau zentraler Datenbanken und die Nutzung von Skriptsprachen zur automatisierten Auswertung und Grafikerstellung k\u00f6nnen Zeitreihen auf Knopfdruck erzeugt werden. Daten aus vielen Jahren werden an einem Ort zusammengef\u00fchrt und lassen sich dadurch deutlich einfacher analysieren.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>In der Katholischen Schwangerschaftsberatung konnten wir auf diese Weise langfristige Entwicklungen sichtbar machen. Besonders deutlich zeigte sich die kontinuierliche und \u00fcber viele Jahre anhaltende Zunahme von Ratsuchenden mit befristeter Aufenthaltserlaubnis. Die Auswertung macht sichtbar, dass immer mehr Frauen unter unsicheren rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen eine Schwangerschaft und Geburt bew\u00e4ltigen m\u00fcssen.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14597&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die politische Interessenvertretung entsteht eine deutlich bessere Datengrundlage. Betroffene Gruppen und ihre Problemlagen werden nicht nur punktuell, sondern \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg sichtbar. Dadurch l\u00e4sst sich sowohl die Gr\u00f6\u00dfe als auch die Dynamik eines Problems nachvollziehbar darstellen. Dies st\u00e4rkt die Argumentation gegen\u00fcber Politik, Verwaltung und F\u00f6rdermittelgebern und hilft dabei, auf gesellschaftliche Entwicklungen fr\u00fchzeitig aufmerksam zu machen.<\/p>\n<h5>4. Eing\u00e4ngige Visualisierung komplexer Zusammenh\u00e4nge<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Oft werden sehr viele Daten erhoben, weil die Hoffnung besteht, in komplexen Datens\u00e4tzen wichtige Muster und Zusammenh\u00e4nge zu entdecken. Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch h\u00e4ufig erst nach der Analyse: Die Ergebnisse sind statistisch belastbar, aber schwer verst\u00e4ndlich. Es f\u00e4llt oft schwer, komplexe Zusammenh\u00e4nge so aufzubereiten, dass sie f\u00fcr Fachpraxis, Politik oder \u00d6ffentlichkeit leicht kommunizierbar werden.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir setzen auf datenbasiertes Storytelling mit klaren und leicht verst\u00e4ndlichen Visualisierungen. Dabei konzentrieren wir uns auf die zentrale Aussage einer Analyse und entwickeln Darstellungen, die komplexe Zusammenh\u00e4nge auf einen Blick erfassbar machen.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>In der Allgemeinen Sozialberatung wurde erstmals erhoben, ob Ratsuchende Schwierigkeiten mit der Digitalisierung von Leistungen und Institutionen haben. Mithilfe einer Regressionsanalyse wurden verschiedene demografische Merkmale untersucht. Dabei zeigte sich, welche Faktoren besonders stark mit einer erh\u00f6hten Wahrscheinlichkeit zusammenh\u00e4ngen, bei digitalen Verwaltungsprozessen auf Probleme zu sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden anschlie\u00dfend in einer kompakten Visualisierung zusammengef\u00fchrt. Statt statistischer Kennzahlen stand dabei die Frage im Mittelpunkt: Welche Personengruppen haben das gr\u00f6\u00dfte Risiko, von digitalen Angeboten ausgeschlossen oder benachteiligt zu werden?[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14598&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Die Analyse liefert ein wichtiges Argument f\u00fcr die Diskussion um Verwaltungsdigitalisierung. Sie macht sichtbar, welche Gruppen besondere Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen und bei der Gestaltung digitaler Verfahren nicht aus dem Blick geraten d\u00fcrfen. Komplexe statistische Zusammenh\u00e4nge werden so in eine verst\u00e4ndliche Form \u00fcbersetzt, die sowohl f\u00fcr die fachliche Praxis als auch f\u00fcr politische Entscheidungsprozesse nutzbar ist.<\/p>\n<h5>5. Mehr Zeit f\u00fcr die eigentliche Arbeit durch Automatisierung<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>In vielen Fachstatistiken werden Daten in mehreren Schritten zwischen verschiedenen Organisationsebenen zusammengef\u00fchrt und ausgewertet. Die daf\u00fcr notwendigen Prozesse sind oft historisch gewachsen, aufwendig und fehleranf\u00e4llig. Mitarbeitende verbringen viel Zeit mit wiederkehrenden administrativen T\u00e4tigkeiten, anstatt sich auf ihre eigentliche fachliche Arbeit zu konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir analysieren bestehende Datenprozesse und automatisieren dort, wo es sinnvoll ist. Daten werden standardisiert zusammengef\u00fchrt, verarbeitet und f\u00fcr Auswertungen bereitgestellt. Komplexe Arbeitsschritte laufen dabei weitgehend automatisiert im Hintergrund ab.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Katholische Schwangerschaftsberatung haben wir den Prozess der Datenaggregation und Daten\u00fcbermittlung zur zentralen Auswertung grundlegend vereinfacht. Die statistischen Daten von rund 260 Beratungsstellen lassen sich heute mit einer einfachen Web-App deutlich effizienter zusammenf\u00fchren und verarbeiten als noch vor wenigen Jahren.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14599&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Die beteiligten Beratungsstellen sparen Zeit und organisatorischen Aufwand. Einige Tr\u00e4ger haben uns sogar zur\u00fcckgemeldet, dass durch die Entlastung neue Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Innovationsprojekte entstanden sind. Zeit, die zuvor f\u00fcr die Aufbereitung von Statistikdaten ben\u00f6tigt wurde, kann nun beispielsweise genutzt werden, um neue digitale Beratungsangebote oder den Einsatz von KI in der Beratung zu erproben.<\/p>\n<p>Datenarbeit wird damit nicht zum zus\u00e4tzlichen Aufwand, sondern schafft Freir\u00e4ume f\u00fcr die eigentliche fachliche Arbeit.<\/p>\n<h5>6. Datenqualit\u00e4t verbessern und Kommunikationsaufwand reduzieren<\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Fehler in Daten sind normal und lassen sich bei umfangreichen Datenerhebungen kaum vollst\u00e4ndig vermeiden. Werden solche Fehler jedoch erst sp\u00e4t entdeckt, entstehen lange Korrekturschleifen. Daten m\u00fcssen zur\u00fcckgespielt, korrigiert und erneut \u00fcbermittelt werden. Das verursacht unn\u00f6tigen Kommunikationsaufwand zwischen den verschiedenen Organisationsebenen.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir entwickeln Werkzeuge, mit denen Daten bereits bei ihrer Erstellung automatisiert auf typische Fehler und Unstimmigkeiten gepr\u00fcft werden k\u00f6nnen. So werden Probleme fr\u00fchzeitig erkannt und k\u00f6nnen direkt vor Ort behoben werden.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>In der Migrationsberatung f\u00fcr erwachsene Zugewanderte (MBE) werden Daten von den Beratungsstellen zun\u00e4chst an die Di\u00f6zesanverb\u00e4nde und anschlie\u00dfend an die Bundesebene \u00fcbermittelt. Manche Fehler fallen erst auf Di\u00f6zesan- oder Bundesebene auf. Dann m\u00fcssen diese h\u00e4ufig in den Beratungsstellen korrigiert und die Daten erneut eingereicht werden.<\/p>\n<p>Aktuell testen wir ein Pr\u00fcfwerkzeug, das die Daten vor der \u00dcbermittlung automatisch auf die h\u00e4ufigsten Fehlertypen untersucht. Die Beratungsstellen k\u00f6nnen die Pr\u00fcfung selbst durchf\u00fchren und viele Probleme bereits beheben, bevor die Daten an die n\u00e4chste Ebene weitergegeben werden.<\/p>\n<p><strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Daten steigt und gleichzeitig sinkt der Abstimmungsaufwand zwischen Beratungsstellen, Di\u00f6zesanverb\u00e4nden und Bundesebene. Alle Beteiligten profitieren von k\u00fcrzeren Korrekturschleifen und einer effizienteren Zusammenarbeit. Statt Zeit in die Suche nach Fehlern zu investieren, k\u00f6nnen sich die Mitarbeiter:innen st\u00e4rker auf die fachliche Interpretation und Nutzung der Daten konzentrieren.<\/p>\n<h5><strong>7. Von der Datensammlung zur Erkenntnis mit einem Klick<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Viele Organisationen verf\u00fcgen \u00fcber umfangreiche Datenbest\u00e4nde, aber nicht \u00fcber die technischen Ressourcen oder das notwendige Know-how, diese regelm\u00e4\u00dfig auszuwerten. Der Weg von den Rohdaten zu aussagekr\u00e4ftigen Grafiken und Kennzahlen ist oft mit erheblichen H\u00fcrden verbunden.<\/p>\n<p><strong>Unsere L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Wir entwickeln Werkzeuge, die standardisierte Daten automatisch auswerten und die Ergebnisse verst\u00e4ndlich visualisieren. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen sich auf die Interpretation der Ergebnisse konzentrieren k\u00f6nnen, nicht auf die technische Auswertung.<\/p>\n<p><strong>Konkretes Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Migrationsberatung f\u00fcr erwachsene Zugewanderte wurde ein webbasiertes Auswertungstool entwickelt. Die Nutzerinnen und Nutzer w\u00e4hlen lediglich ihren lokalen Datenexport aus dem Erfassungssystem aus. Anschlie\u00dfend erstellt das Tool ohne Daten\u00fcbertragung und direkt auf dem eigenen Rechner automatisch eine vordefinierte Auswertung mit Grafiken und Kennzahlen.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14600&#8243;][vc_column_text]<strong>Der Nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Beratungsstellen, Tr\u00e4ger und Di\u00f6zesanverb\u00e4nde gelangen deutlich einfacher von ihren Daten zu einer auswertbaren und visuell ansprechenden Darstellung. Dadurch wird die Nutzung von Daten im Arbeitsalltag erheblich erleichtert.<\/p>\n<p>Bei einem Austausch mit den ersten Nutzer:innen sagte mir eine Beraterin, dass es jetzt richtig \u201eSpa\u00df\u201c mache, mit den Daten zu arbeiten. Genau das ist das Ziel: Datenarbeit soll nicht als zus\u00e4tzliche Belastung wahrgenommen werden. Gute Werkzeuge helfen dabei, unn\u00f6tige H\u00fcrden abzubauen und Raum f\u00fcr das zu schaffen, was Daten eigentlich ausl\u00f6sen sollen: Neugier, Erkenntnisgewinn und bessere Entscheidungen.<\/p>\n<h5>Fazit<\/h5>\n<p>Diese ganz konkreten Beispiele zeigen: Hinter dem Thema Daten stehen keine Selbstzwecke und keine komplizierten Methoden. Es geht darum, Informationen besser nutzbar zu machen, Routinen zu vereinfachen und fundierte Entscheidungen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Genauso wichtig ist aber noch etwas anderes: Datenarbeit sollte nicht von technischen H\u00fcrden, aufwendigen Prozessen oder komplizierten Werkzeugen gepr\u00e4gt sein. Die meisten Menschen bringen bereits eine nat\u00fcrliche Neugier mit. Sie m\u00f6chten verstehen, was hinter Entwicklungen steckt, warum bestimmte Trends entstehen oder wie sie ihre Angebote und ihre Arbeit verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Genau diese Neugier ist der eigentliche Motor guter Datenarbeit.<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Aufgabe sehen wir deshalb nicht nur darin, neue Analysen oder Werkzeuge zu entwickeln. Wir m\u00f6chten vor allem die Hindernisse reduzieren, die Menschen davon abhalten, ihre Daten zu nutzen. Wenn der Weg von einer Frage zur Antwort k\u00fcrzer wird, wenn Daten leichter zug\u00e4nglich sind und wenn Auswertungen ohne gro\u00dfen Zusatzaufwand m\u00f6glich werden, dann entsteht Raum f\u00fcr neue Erkenntnisse, bessere Entscheidungen und Innovation.<\/p>\n<p>Und vermutlich gibt es auch in Ihrem Bereich Fragen, bei denen Daten helfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Wenn Ihr \u00fcberlegt, wie Ihr Daten in Eurer Arbeit besser nutzen k\u00f6nnt, kommt gern mit uns ins Gespr\u00e4ch. Gemeinsam finden wir heraus, was m\u00f6glich ist und wo Daten in Eurem Arbeitsbereich den gr\u00f6\u00dften Mehrwert schaffen k\u00f6nnen. <\/strong><strong>Bucht hierf\u00fcr gerne eine Datensprechstunde \u00fcber den folgenden Link: <a href=\"https:\/\/caritas-digital.de\/projekte\/datenservice\/\">Kontaktstelle Datenservice | caritas|digital<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>P.S: Mein besonderer Dank gilt meinem Kollege Jonathan Sauer, der mit seiner Arbeit an der technischen Infrastruktur die Grundlage f\u00fcr viele der hier beschriebenen Projekte\u00a0 geschaffen und <span data-teams=\"true\">Marion Hellebrandt die vor allem die Nutzer:Innenorientierung bei der Entwicklung der Angebote sichergestellt hat.<\/span><\/strong><\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h5>Zum Autor:<\/h5>\n<p>[\/vc_column_text][vc_column_text]<strong>Dr. Georg F\u00f6rster <\/strong><span>kommt aus dem Bereich der Organisationsentwicklung und koordiniert seit 2023 das Projekt CariData (mit Jonathan Sauer und Marion Hellebrandt) und seit 2026 das Projekt Caritas-Datenservice beim Deutschen Caritasverband. In diesem Zusammenhang besch\u00e4ftigt er sich u.a. aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage, wie Wohlfahrtsverb\u00e4nde Daten (z.B. aus Beratungsstellen) besser zusammenf\u00fchren, aufbereiten und im Sinne des Gemeinwohls nutzen k\u00f6nnen.<\/span>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text][\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;14605&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Seit ein paar Jahren ist der Deutsche Caritasverband Tr\u00e4ger unterschiedlicher Projekte, die zum Ziel haben, die Datenreife der Caritas (CariData \u2013 finanziert durch Mittel der Gl\u00fccksspirale, Caritas-Datenservice \u2013 finanziert durch ESF R\u00fcckenwind\u00b3) oder gar der gesamten Zivilgesellschaft (Civic Data Lab \u2013 in gemeinsamer Tr\u00e4gerschaft mit der Gesellschaft f\u00fcr Informatik und CorrelAid, gef\u00f6rdert durch das BMBFSFJ) 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